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Krankheitsbild , Körperliche Auffälligkeiten der WBS-Patienten

Das charakteristische Erscheinungsbild von Williams-Beuren-Patienten kann sehr variabel ausgeprägt sein . Daher sind nicht alle Einzelsymptome unbedingt bei jedem Patienten anzutreffen  .Die Patienten haben eine normale Lebenserwartung.  

  

 

Äußerlich:

Das Gesicht der WBS-Kinder hat von Geburt an viele kennzeichnende Züge.Der Kopf ist häufig zu klein ,man beobachtet nicht selten Oberlidödeme ( das sieht aus wie schwere Augenlider),eine kugelige Nasenspitze mit ausladenden Nasenflügeln und nach vorne gerichteten Nasenlöchern , pausbäckigen Wangen , einen häufig offenstehenden Mund mit aufgeworfenen Lippenrot (vollen Lippen) und ein kleines Kinn . In der Literatur findet man teilweise auch die  Bezeichnung " Elfen - oder Koboltgesicht ".  

Bei  den Kindern mit blauer oder grauer Iris zeigen ein weißliches radspeichenähnliches Muster (wie das Eurovisionszeichen im Fernsehen)(iris stelata).Häufig wird ein Schielen beobachtet .Bei den Kindern ist schon von Geburt an ein relativer Kleinwuchs vorhanden , sowie ein relativ niedriges Geburtsgewicht . Die Endgröße erwachsener Williams-Beuren-Patienten liegt durchschnittlich 10 cm unterhalb der mittleren genetisch vorgegebenen Zielgröße . Auch der Körperbau ist sehr charakteristisch . Zu beobachten ist immer wieder ein schmaler , länglicher Brustkorb mit hängenden Schultern und verlängertem Nacken . Säuglinge mit diesem Syndrom weisen gelegentlich Leistenbrüche auf . Bei älteren bzw. erwachsenen Patienten findet man häufig eine einwärts gebogene Großzehe . Viele entwickeln eine seitliche Verbiegung der Wirbelsäule , eine sogenannte Skoliose .  

  

 

Kardiovaskuläre Veränderungen ( Herz- und Gefäßfehlbildungen ) :

Häufig wird schon unmittelbar  nach der Geburt ein auffälliges Herzgeräusch festgestellt . Etwa 90 % der Williams-Beuren-Kinder zeigen kardiovaskuläre Veränderungen , meist in Form einer supravalvulären Aortenstenose (SVAS), also eine Enge der Hauptschlagader unmittelbar am Anschluß an das Herz . Der Schweregrad ist ausgesprochen variabel .Häufig ist auch die Hauptschlagader (Aorta) hypoplastisch ( zu schmal) . Die supravalvuläre Aortenstenose ist häufig mit Engen der Lungenarterien verknüpft , zum einen wiederum in unmittelbarer Nähe zum Herz oder weiter Entfernt davon ( periphere Pulmonalstenosen).darüber hinaus beobachtet man auch Verengungen an den Nierengefäßen . Veränderungen am, Herzen selber werden ebenfalls beobachtet . Dabei handelt es sich überwiegend um Löcher in der Herzscheidewand , sogenannte Septumdefekte . In Abhängigkeit vom Schweregrad der kardiovaskulären Veränderungen erfolgt bei einigen Kindern eine Herzoperation . In aller Regel ist eine körperliche Schonung aufgrund des Herzfehlers nicht angezeigt . Vielmehr ist schon im Säuglingsalter eine krankengymnastische Übungsbehandlung , später eine Ergotherapie und ein Kleinkinderturnen anzuraten.  

  

 

Spektrum der Nierenveränderungen ; Hyperkalzämie :

Bei etwa 18 % aller Williams-Beuren-Kinder  beobachtet man primäre Nierenfehlbildungen , die von der Lageanomalie über die Hypoplasie bis hin zur einseitigen Nierenagenesie  (Fehlen einer Niere) reichen können .Auch Hufeisennieren werden beschrieben . Ein Hyperkalzämie tritt eher sporadisch und dann meist nur in den ersten Lebensjahren auf .Auch eine sogenannte Nephrokalzinose ,also eine Verkalkung des Nierengewebes, wird ausgesprochen selten beobachtet.  

  

 

Blutdruckverhalten:

Bei etwa 40% aller Williams-Beuren-Patienten liegt altersunabhängig und ohne Nachweis von sogenannten Nierenarterienstenosen ein arterieller Hypertonus vor (Bluthochdruck). Regelmäßige Blutdruckkontrollen sollten daher bei jedem Williams-Beuren-Kind erfolgen. Eine vierundzwanzigstündige Blutdruckmessung ist sinnvoll. In der Therapie haben sich in erster Linie Betablocker bewährt.  

  

 

Gebiß:

Das Milchgebiß der Williams-Beuren-Kinder ist häufig sehr klein , die Zähne stehen "auf Lücke" . Man spricht von sogenannten Mäusezähnchen . Ursache ist eine sogenannte Zahnschmelzhypoplasie. Die zweiten Zähne sind in aller Regel deutlich größer, wobei Zahnfehlstellungen nicht ungewöhnlich sind .  

  

 

Eßverhalten,Magen-/Darmstörungen:

Im Säuglingsalter beobachtet man immer wieder eine Trinkschwäche. Auch später liegen nicht selten Eßstörungen bei den Kindern vor. Gemieden werden häufig feste bzw. körnige Speisen. Teilweise ist die Ernährung sehr einseitig. Während der Säuglingszeit und im Keinkindesalter sind allgemeine Bauchbeschwerden , Verstopfung oder aber Koliken und Durchfälle nicht ungewöhnlich. Diese Symptomatik bessert sich im Verlauf.  

  

 

Begleitende Erkrankungen:

Häufig kommt es bei Williams-Beuren-Kindern zu Infekten der oberen Luftwege , aber auch zu Mittelohrentzündungen. Neuere Untersuchungen zeigen , daß Hörstörungen bei diesem Syndrom überdurchschnittlich häufig anzutreffen sind.  

  

 

Augen:

Kinder mit blauer oder grauer Iris zeigen in typischer Weise die radspeichenähnlichen Einschlüsse ( Iris Stelata) . Bei Kindern mit brauner Iris sind die Veränderungen nicht sichtbar, allerdings unter der Spaltlampe nachzuweisen. Eine Fehlsichtigkeit beim Williams-Beuren-Syndrom ist nicht selten. Zudem wird immer wieder ein Einwärtsschielen beobachtet.  

  

 

Skelettreife und -entwicklung :

Das Knochenalter entspricht im Kindesalter in aller Regel dem chronologischen Alter mit einer leichten Tendenz zur Reifungsverzögerung . Während der Pubertät kommt es dann zu einem schnellen Voranschreiten im Knochenalter. Dies führt letztendlich zum verkürzten Pubertätswachstumsschub und damit zur relativ niedrigen Endgröße . Im Erwachsenenalter entwickeln zahlreiche Williams-Beuren-Patienten eine Skoliose.  

  

 

Geistige Entwicklung

Die körperliche , geistige Entwicklung der Williams-Beuren-Kinder verläuft überwiegend verzögert. Eltern müssen sich darauf einstellen , daß Ihre Kinder in aller Regel nicht eine Regelschule besuchen können. Meistens sind Kinder auch nicht in einem Regelkindergarten untergebracht, da eine individuelle Förderung in der Gruppe normal entwickelter Kinder häufig nicht möglich ist. Viele dieser Kinder erhalten daher einen Behindertenausweis mit unterschiedlicher Einstufung.  

 

Häufigkeit des Syndroms:

Die Häufigkeit des Williams-Beuren Syndroms ist nicht exakt bekannt. Angegeben wird in der Literatur eine Inzidenz von 1:10.000 bis 1: 50.000 Lebendgeborene, wobei der Wissenschaftliche Beirat eine Häufigkeitsangabe von 1:10.000 bis 1:8.000 am wahrscheinlichsten hält.Danach wurden 1997 schätzungsweise 80 Kinder mit diesem Syndrom geboren, wobei eine Bevorzugung eines Geschlechtes nicht bekannt ist.  

 

Folgen:Schwerpflegebedürftigkeit,teilweise Schwerstpflegebedürftigkeit.

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